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Hekese Grab B

Landkreis Osnabrück Niedersachsen
Hekeser Steine  

Hünengrab Hünengrab
Nr. 883
 
GPS Koordinaten 52° 35.375' N
7° 46.745' E
 
nächster Ort Berge, Hekese
 
Ausrichtung 320° / 140°
 
Menschen mit Behinderung Begleitperson für Rollstuhlfahrer notwendig
andere Koordinatensysteme    Routenplanung     10a
Abbildung zu Hekese Grab B


Abbildung zu Hekese Grab B

Hünengrab Definition aus der jüngeren Steinzeit etwa 4500 Jahre alte seltene einzigartige Anlage in Westdeutschland. Zwei Großkammern (Grab A: 20m x 3m, Grab B: 19m x 3,5m/2,7m) an beiden Enden, verbunden durch einen 53m langen Steingang, im 19. Jahrhundert z.T. durch Sprengung interner Link zerstört. Sprockhoff Definition spricht hier von einem Alignement Definition .

Angeblich zur Entstehungszeit auf Sonnenuntergang am 21. Juni ausgerichtet.


Abbildung zu Hekese Grab B
Abbildung zu Hekese Grab B
Abbildung zu Hekese Grab B

Bockraden Börstel Dalum Deuvels Brotschapp Hekese B Hekese A Hexentanzplatz Klein Bokern Näpfchenstein Pfaohlenstein Restrup Teufelsstein Landkarte zu Hekese Grab B

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Anfahrt

Von Kettenkamp Richtung Hekese, Restrup. Kurz vor der Einmündung auf die Restuper Straße auf der rechten Seite. Eine Treppe führt zu den Hünensteinen.
Aus Richtung Hekese bzw. Restrup ist an der Restuper Straße ein Hinweisschild "Hünengrab".
Parkstreifen direkt am Hünengrab.
Picknicktische am Hünengrab.
Gasthof "Zu den Hünensteinen". Am Ende der Dalumer Straße rechts in die Restruper Straße Richtung Hekese. In Hekese links in die Hekeser Straße. Linke Hand, Hekeser Straße 50.
Alle vorhandenen Anfahrtbeschreibungen für Landkreis Osnabrück

Megalithen in der Nähe (20km):
Hekese Grab A (Osnabrück)0.07 km,320°(NW)
Hünengrab Bockraden (Osnabrück)1.58 km,100°(O)
Restruper Großsteingrab (Osnabrück)1.69 km,190°(S)
Restruper Näpfchenstein (Osnabrück)1.69 km,190°(S)
Teufelsstein (Osnabrück)3.85 km,202°(SW)
Pfaohlenstein (Osnabrück)4.30 km,215°(SW)
Hexentanzplatz (Osnabrück)4.61 km,207°(SW)
Deuvels Brotschapp (Osnabrück)4.76 km,206°(SW)
Großsteingrab Dalum (Osnabrück)5.26 km,212°(SW)
Steingrab Klein Bokern (Osnabrück)5.77 km,192°(SW)
Großsteingrab Börstel (Osnabrück)8.27 km,312°(NW)
Großsteingrab Meyer (Osnabrück)12.93 km,147°(SO)
Großsteingrab Rickelmann II (Osnabrück)12.97 km,149°(SO)
Großsteingrab Reincke (Osnabrück)13.06 km,148°(SO)
Steingräberweg Giersfeld ()13.30 km,149°(SO)
Großsteingrab Rickelmann I (Osnabrück)13.30 km,149°(SO)
Großsteingrab Grumfeld-West (Osnabrück)13.60 km,150°(SO)
Großsteingrab Grumfeld-Ost (Osnabrück)13.75 km,149°(SO)
Großsteingrab Evenkamp (Cloppenburg)15.23 km,339°(NW)
Großsteingrab Werwe (Cloppenburg)15.53 km,341°(NW)
Die Hünensteine (Cloppenburg)16.32 km,355°(N)
Wiemelsberger Steine (Osnabrück)16.50 km,160°(SO)
Matthiesings Opferstein (Osnabrück)16.69 km,157°(SO)
Großsteingrab Lintern (Osnabrück)17.52 km,160°(SO)
Hünensteinfest (Emsland)17.66 km,247°(SW)
Großsteingrab im Alt-Frerener Forst (Emsland)18.07 km,238°(SW)

Das Hekeser Hünengrab

von Prof. Dr. Eberhard Ostendorf

Das Hekeser Grab besteht aus zwei Großsteinkammern, die durch eine " Allee couverte " (einen Steingang) verbunden sind. Als solches ist es einzigartig bei uns. Nur in der Bretagne findet man solche Gräber wieder. Die Gesamtlänge beträgt fast 100 m. Natürlich ist es auch durch die Steinabfuhr und Sprengung, besonders im Mittelteil, stark beschädigt worden. Die beiden Großkammern sind noch am besten erhalten. Ihre gewaltigen Steine, besonders die Decksteine, die bis zu einigen hundert Zentnern Gewicht haben, ließ man bei der Räuberei zunächst übrig. Die Trag- und Decksteine Definition wurden so gesetzt oder gelegt, dass eine glatte Wand nach innen entstand. Hatte ein Stein keine solche natürliche Spaltfläche, dann spaltete man den Stein, wie man es heute noch erkennen kann. Das Spalten ist gar nicht so schwer. Man muss nur, wie unsere heutigen Steinmetze, die feinen verborgenen Haarklüfte erkennen, die jedes Massengestein in bestimmten Abständen, zumeist in drei aufeinander senkrechten Richtungen durchziehen. An einer solchen Stelle krählte man mit einem sehr harten Steinkratzer (aus Feuerstein) eine Rille aus. Dann rieb man trockene Holzkeile ein, begoss diese mit Wasser, damit sie quollen und dadurch den Stein sprengten. Oder man ließ im Winter Wasser darin gefrieren und erzielte dieselbe Wirkung. Das größere Problem war sicher der Transport und das Aufstellen, was selbst in unserem Maschinenzeitalter noch Schwierigkeiten macht. Das Grab liegt auf einer flachen Bodenwelle, die sich von hier in das Dinniger Bruch verliert, also am Rande der Moräne. An Ort und Stelle hatte man sicher nur die wenigsten der großen Steine. Die meisten mussten wohl weither aus den Moränengebieten des anschließenden Maiburgfußes geholt werden. Niemand ist Zeuge. Wir sind auf Vermutungen angewiesen. Entweder hat man die Blöcke auf zwei Langstämme gehievt und diese auf Holzrollen versetzt, bzw. verschoben (so hat man früher auch ganze Häuser versetzt).Oder man hat im Winter eine Glatteisbahn benutzt. Wenn man bei Frost den Schnee mit Wasser begießt, entsteht eine solche. Dann konnte man an langen Seilen mit ein paar hundert Mann den Stein wohl bewegen. Das Aufstellen stellt man sich einfacher vor. Entweder hat man zuerst die Tragsteine aufgestellt, diese von innen und außen mit Erde angefüllt, dass eine schiefe Ebene entstand und dann den Deckstein Definition darauf gezogen und anschließend die Kammer von innen wieder ausgegraben. Oder (wie man es noch in geschichtlicher Zeit auf der Osterinsel, bei Errichtung der mächtigen Steinbilder beobachtet hat) man den an Ort und Stelle gebrachten Deckstein mit langen Hebelbäumen von der Seite aus angehoben und eine Holzbeuge darunter gepackt. Dann ebenso von der anderen Seite und weiter umschichtig, bis die Holz-Kreuzpackungen und damit der Stein so hoch gekommen waren, dass man die Tragsteine darunterstellen konnte. Die Hohlräume zwischen den Trag- und Decksteinen Definition wurden sorgfältig mit Erde überdeckt. So war eine absolut dichte Höhle entstanden, in die man nur durch einen seitlichen Zugang, der durch einen passenden Stein verschließbar war, gelangen konnte und was nur bei Nachbestattungen nötig wurde. In Skandinavien kann man noch Gräber in dieser wohlerhaltenen Form finden, bei uns nur in Rekonstruktionen, z.B. bei Kleinen Kneten. Nur selten findet man in diesen auffälligen Gräbern noch Skelettreste und Beigaben, gewöhnlich nur noch Bruchstücke, die keinen Wert mehr besaßen. Wahrscheinlich wurden sie schon sehr früh durch Grabräuber heimgesucht. Gut bearbeitete Steinwaffen waren damals kostbarer als Gold! Später buddelte man die kleinen Füllsteine aus um Grundmauern für Häuser daraus herzustellen. Und erst im letzten Jahrhundert, als bei uns der Straßenbau aufkam und man bares Geld für Steine bekam, schreckt man auch nicht davor zurück, die größeren Steine mit Schwarzpulver zu sprengen und die Bruchstücke zu verkaufen. In letzter Minute nahm sich Ende des vorigen Jahrhunderts der Staat der Sache an und stellte die letzten Ruinen unter Denkmalschutz. Noch erkennt man an vielen Steinen die vorgebohrten Sprenglöcher, die nun nicht mehr ihren Dienst tun durften.

An der Hekeser Anlage fallen weitere Besonderheiten auf. Der südlichste Deckstein ist als einziger oben wannenförmig vertieft, sieht wie ein Altar aus und kann als "Opferstein" gelten. Die Längsachse der Anlage ist nach NNW - SSO ausgerichtet, dass man vom Opferstein aus zur Sommersonnenwende genau in dieser Richtung abends die Sonne untergehen sieht. So war hier eine wichtige Kalendermarke gegeben. Und die Sonnenwende war ja ein großes Fest. Am Nordende des Grabes führt ein kleiner Quellbach vorbei. Auch das ist typisch. An allen größeren Steingräbern ,die gleichzeitig Kultstätten waren, ist in der Nähe Wasser zu finden. Entweder brauchte man das Wasser für die vielen Menschen, die hier bei Festen zusammenkamen oder es hatte eine mythische Bedeutung. Die geheimnisvollen Kräfte , die das Wasser, anscheinend gegen die Schwerkraft, zu Tage sprudeln ließen, brachte man vielleicht mit den geistern der Unterwelt, zu denen auch wohl die Toten gerechnet wurden, in Zusammenhang. Der Bach fließt in die anschließende "Kirchriede", eine Wiese. In Hekese war nie eine Kirche. Es ist möglich, dass an dieser Kultstätte bei der Christianisierung die ersten Taufen stattfanden, eben an diesem Bach. Die Kultstätte wurde vielleicht Eigentum der Kirche (in Bippen) und die einzige Nutzfläche, eben die Wiese bekam und behielt so ihren Namen , auch als später längst ein Besitzwechsel eingetreten war. Östlich des Hünengrabes war noch zu Anfang der dreißiger Jahre eine heidebewachsene natürliche Bodenwelle zu sehen, die auf der Kuppe eine künstliche große kesselförmige Vertiefung hatte (heute kultiviert und eingeebnet). Die Stelle heißt "Vossebäg". Wahrscheinlich haben die so häufig vorkommenden "Fuchsberge" seltener etwas mit dem Fuchs zu tun, sondern lassen sich von "Fugsberg" ableiten, besonders wenn solche Namen unmittelbar neben Kultstätten auftreten, oder wenn die Stelle ein Malzeichen, einen Stein (in diesem Fall ein Kessel) tragen. das Wort Fug (das so ähnlich wie Fuchs klingt) ist mehr und mehr in Vergessenheit geraten, obwohl man auch heute noch gelegentlich in Rechtsangelegenheiten "mit Fug und Recht" sagt. Es kann sich also hier wohl um eine Gerichtsstätte gehandelt haben, die man früher ja auch gern an oder neben alten Kultstätten hatte. Nördlich des Quellbaches, in Verlängerung der Hünengrabachse liegt ein Hügelgrab, in das von dem daneben wohnenden Kötter ein Erdkeller eingebaut worden ist. In der gleichen Achse, noch weiter nordwestlich, jenseits der Bahn und Straße lag noch bis zum Jahre 1935 ein unversehrtes gewaltiges Hügelgrab aus der Bronzezeit (das größte in weitester Umgebung), wahrscheinlich ein Fürstengrab. Dieses wurde (damals noch!) beim Straßenbau abgetragen, obwohl es nicht im Weg war, nur um ein paar hundert Kubikmeter Dammschüttmaterial zu gewinnen! Das hätte man auch sonst in der Nähe reichlich haben können. Die Grabbeilagen interner Link wurden allerdings geborgen und ins Museum gebracht. Die sich hier westlich anschließende Ackerflur heißt "Halloh" (gleich heiliger Hain). Wahrscheinlich hat sich hier ein ganzes Gräberfeld befunden, das bei Inkulturnahme vernichtet wurde, wie auch jetzt der Pflug über das große Grab hinweggeht, als wenn nie etwas anderes da gewesen wäre.

Noch viel merkwürdiger sieht es auf der Südseite aus. Die flache Bodenwelle, auf der das Hünengrab liegt, setzt sich ungefähr in gleicher Richtung wie die Achse nach Südosten als ein markanter Rücken fort, der "Waokelsbäg" (gleich Wachtberg, Wartberg) heißt. Er überragt das Vorland um 8-10 m. Leider ist die darauf angelegte Kultstätte in den Jahren 1930-1935, wegen Gewinnung von ein paar Fudern Kies stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Ich habe damals deswegen den Landrat und das Amt für Denkmalspflege mobilisiert. Es fanden auch Verhandlungen mit den Eigentümern statt und man wollte schützend eingreifen. Aber es gelang nicht, das Geld für den Ankauf bereit zu stellen. Was ich nun beschreibe, ist deshalb heute nur noch ganz unvollständig zu erkennen. In Abständen von 75 m sind auf der Kammlinie, fast in Richtung der Hünengrabachse, drei künstliche Hügel (oben abgeplattet und mit einer kesselförmigen Vertiefung in der Mitte ) aufgesetzt. Der Mittelhügel war der größte und lag auch auf dem höchsten Punkt des Kammes. Es hat sich wohl um ein "Dreihügelheiligtum" gehandelt. Unter dieser Bezeichnung sind in unserem Raum, aber auch in Skandinavien so in Altuppsala, ganz ähnliche bekannt. Ihre genaue Bedeutung kennt man nicht. Doch wurden wohl große Feste, wie die Sonnenwende und die Frühlingsfeste da abgehalten. In Erinerung daran wurde denn auch bis zur Jahrhundertwende das einzige Osterfeuer der Gemeinde Restrup auf dem Mittelhügel des Waokelsberges abgebrannt. Vielleicht war der Waokelsberg auch gleichzeitig eine Warte, eine Feuersignalstelle, in einem Netz von Nachrichtenübermittlungsstellen, z.B. bei Annäherung von Feinden. Solche Anlagen hat es zumindest bei den Germanen gegeben, ebenso wie sie heute noch bei Primitivvölkern üblich sind.

In der Südostverlängerung der Achse heißt das Gelände "Krummen Bäg". Es ist mehr eine bucklige Ebene, die sich zum Bockradener "Steingrab" (an dessen Fuß ein Steingrab ist) hinzieht. Dieses Gelände war noch vor 50 Jahren noch ein ausgedehntes, heidebedecktes bronze- und eisenzeitliches Gräberfeld, mit vornehmlich flachen kleineren Grabhügeln, mit einigen größeren dazwischen. Ich war als Junge dabei, als man 1914 einen Teil dieser Gräber sachgemäß ausgrub. Viele unversehrte Urnen wurden geborgen (z.T. im Kreismuseum). Zahlreiche andere Gräber dieses Gebietes sind später der Kultur zum Opfer gefallen. Der ganze Komplex rund um das Hekeser Hünengrab zeigt, dass hier eine ununterbrochene Besiedlung von der Stein- über die Bronze- bis zur Eisenzeit und darüber hinaus bis zum heutigen Tag bestanden hat. Auch das Sagengeranke um diesen Ort weist darauf hin, dass die Überlieferung hier nicht abgeschlossen ist.

So große Gräber wie das Hekeser waren wohl ursprünglich "Fürstengrabstätten" , wie man sagt. Eigentliche Fürsten gab es damals ja noch nicht. Aber es gab Sippen und Dorfälteste und sicherlich auch schon Gau- und Stammeshäuptlinge. Um ein solches Gauzentrum dürfte es sich hier handeln, bei dessen Errichtung die ganze Gaumannschft mitgeholfen hat und die dann auch in dieser Anlage ihre gemeinsame Kultstätte hatte. Merkwürdigerweise liegt der ganze Komplex auf der Hekeser- Restruper Grenze und keine eineinhalb Kilometer östlich der Bippener Markgrenze und durch keine Ödmark davon getrennt. Er gehört also ursprünglich zu Bippen, wie auch Hekese später zur Bippener Kirche kam. Kultstätten waren also mit Grabstätten der "Prominenz" verbunden, wie es zur ersten Christenzeit auch noch war. Hier wurden sicher gemeinsame große Feste begangen, Kulthandlungen bei Geburt, Heirat und Tod abgehalten, sowie Gericht gehalten und über Krieg und Frieden beraten.

(gefunden bei: Martin zur Wähde, Berge)

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