Mehringer Steine 1


Hünengrab Hünengrab
Nr. 879 , EL46
 
GPS Koordinaten 52° 22.466' N
7° 19.216' E
 
nächster Ort Emsbüren
 
Ausrichtung 224°
 
Menschen mit Behinderung barrierefrei für Rollstuhlfahrer




Abbildung zu Mehringer Steine 1

Die Mehringer Hünensteine bestehen aus einer Gruppe von 3 Großsteingräbern. Keramische Funde wurden bereits im 18. Jh. gemacht. Die Findlinge sind zum Teil bis drei Meter groß.

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Die Einheimische Bevölkerung hielt die Grabmale ihrer Vorfahren in Ehren und ließ sie unberührt. Am Anfang des vorigen Jahrhunderts wurden viele Steine zum Bau von Landstraßen gebraucht. In dieser Zeit sind zahlreiche Gräber zerstört worden. Dieses Grabmal wurde auf Initiative des damaligen Pfarrers von EMsbüren vor der Vernichtung bewahrt. Die Bürger der Gemeinde Mehringen verschönerten Anlagen und Gräber und bitten darum, die Kulturstätte zu erhalten.

Abbildung zu Mehringer Steine 1

Zufahrt von der K327 zum Parkplatz der Mehringer Steine. Blick von Süden, aus Richtung A30 Ausfahrt Salzbergen (6).


Mehringen 1 Mehringen 2 Mehringen 3 Landkarte zu Mehringer Steine 1
  • Emsbüren
    www.emsbueren.de
  • Landkreis Emsland
    www.emsland.de


Anfahrt


In der Nähe:
Mehringer Steine 2 (Emsland)0.04 km,31°(NO)
Mehringer Steine 3 (Emsland)0.15 km,353°(N)
Großsteingrab Mundersum (Emsland)12.91 km,16°(NO)
Großsteingrab auf dem Radberg bei Langen (Emsland)18.39 km,31°(NO)
Großsteingrab in der Kunkenvenne (Emsland)19.26 km,41°(NO)


Der Riese im Urwald bei Emsbüren

Bei den Mehringer Hünensteinen haben Riesen auf ihrer Wanderung die Holzschuhe ausgeschüttet; dabei sind auch diese Steine mit herausgefallen. Als später wieder einmal ein Riese in die Gegend kam und die Steine fand, spielte er mit ihnen nach Kinder Art, indem er einige von ihnen auftürmte und sie dann mit anderen wieder umwarf. Der Lärm setzte ganz Emsbüren in Schrecken. Alle fürchteten zitternd, der Riese könne jeden Tag kommen, um sie der Reihe nach zu verspeisen. Da kam ein altes, mageres Schneiderlein auf einen klugen, freilich auch gefährlichen Einfall. Aber der Schneider hatte Mut und wollte Emsbüren retten. Er sagte: Gebt mir zwölf Paar verschlissene Schuhe! Die binde ich paarweise zusammen, hänge sie um und gehe so zu dem Riesen. Seine Bitte wurde erfüllt, und ohne Zagen machte er sich auf den Weg. Als er bei dem Riesen anlangte, spielte dieser eben wieder mit den Steinen. Verwundert hielt er inne und fragte: Woher kommst du altes, mag eres Kerlchen? Der Schneider antwortete: Von Büren. - Schon gut, erwiderte der Riese, dorthin wollte ich auch, denn da soll es manchen Leckerbissen geben. Weshalb aber hast du all diese Schuhe umgehängt? - Sieh, sagte der Schneider darauf, alle diese Schuhe waren neu, als ich meine Reise antrat. Unterwegs aber sind sie verschlissen, und ich band sie zusammen, damit der Schuster sie flickt, wenn ich nach Hause komme. Da erstaunte der Riese und sagte: Wenn Büren noch so weit entfernt ist, dann gehe ich lieber gar nicht hin. Scheinbar ist dort auch nicht viel zu holen, denn du altes mageres Schnörpelkerlchen bist ja nichts als Haut und Knochen. Lauf deiner Wege! So kam der Schneider glücklich wieder zu Hause an, und Emsbüren war gerettet.


Die Mehringer Hünensteine

Als an den Ufern der Ems das Evangelium gepredigt war, wünschten die Neubekehrten auch ein Gotteshaus, aber sie wussten nicht, wie und wovon sie es bauen sollten. Da kam zum Meier in Ahlde ein merkwürdiger Gesell und erbot sich, in einer einzigen Nacht das Gotteshaus aufzubauen, wenn der Meier ihm dafür seine oder eines seiner Angehörigen Seele versprechen wolle. Falls er die Kirche vor dem ersten Hahnenschrei fertigstelle, solle der Vertrag gelten. Der Meier war leichtsinnig genug, auf die Bedingung einzugehen. Die beiden hatten jedoch, ohne es zu wissen, eine Lauscherin gehabt - die Frau des Hofes. In der folgenden Nacht nun hörten die Umwohner ein furchtbares Getöse in der Luft, und bald sahen sie durch den grauen Schleier der Nacht auf einem Hügel in der Heide ein Gemäuer sich erheben, das in riesigen Blöcken höher und höher stieg. Da wurde die Frau des Meier von Angst und Entsetzen ergriffen. Sie gedachte dessen, was sie am Abend vernommen hatte. Pl ötzlich kommt ihr ein Gedanke. Sie bekreuzigt sich, klatscht in die Hände und ruft mit weithin schallender Stimme: "Kikeriki! Kikeriki!" Das hört der Hahn auf dem Hofe, gleich stimmt er in den Ruf ein, und bald hört man alle Nachbarhähne antworten. Eben kommt der Teufel mit einem neuen Felsblock angefahren. Als er sich betrogen sieht, schleudert er ihn voll Wut zur Erde und reißt den unvollendeten Bau wieder ein. Der Bauer aber heißt seit jener Zeit Hammeier (Hahnmeier); die gewaltigen, wirr durcheinander geworfenen Steine sieht man noch heute liegen.


Ludwig Schirmeyer, Osnabrücker Sagen, Osnabrück 1982, S. 128ff

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