Teufelsküche

Die Historische Quadratmeile - Haldenslebener Forst

Hünengrab Hünengrab
 
GPS Koordinaten 52° 16.516' N
11° 24.033' E
 
nächster Ort Haldensleben
 
Ausrichtung 278°
 
Menschen mit Behinderung Begleitperson für Rollstuhlfahrer notwendig




Abbildung zu Teufelsküche

In den Wäldern südlich und westlich von Haldensleben befindet sich die größte Konzentration von Großsteingräbern Mitteleuropas. Es sind 83 Anlagen erhalten, 44 zerstörte lassen sich nachweisen. Die typische Grabform ist hier das Ganggrab, das aus Granitfindlingen errichtet wurde und von einem Hünenbett, der Steineinfassung, umgeben ist. Die Gräber sind in West-Ost-Ausrichtung errichtet und haben einen Zugang auf der südlichen Längsseite. 

In den Gräbern wurden Skelettreste, Steinwerkzeuge und Keramikscherben gefunden. Die Scherben konzentrieren sich besonders im Eingangsbereich, darum wird von einer gesonderten Opfergabe ausgegangen.


Abbildung zu Teufelsküche

aaaa03 Kaisergrab Küchentannen Teufelsküche Landkarte zu Teufelsküche
  • Stadt Haldensleben
    www.stadt-haldensleben.de
  • Landkeis Ohrekreis
    www.ohrekreis.de
  • Universität Halle
    www.praehist.uni-halle.de/studs/exk/hdl/hdld.htm


Anfahrt


In der Nähe:
Die historische Quadratmeile (Haldensleben)3.74 km,269°(W)
Kaisergrab (Haldensleben)3.74 km,269°(W)
Großsteingrab Küchentannen (Haldensleben)3.93 km,264°(W)


Die Sage von der Teufelsküche

Rechts von der Chaussee von Neuhaldensleben nach Dönstedt kurz vor der Ziegelei liegt im Kiefernwald ein altes Hünengrab, die Teufelsküche genannt. In ältester Zeit, da unsere Vorfahren noch Heiden waren, wird hier eine alte Opferstätte gewesen sein. Horchen wir einmal in stürmischer Herbstnacht, was uns die grauen Steine erzählen:

In die Vorzeit versetzen sie uns, als noch mächtige Eichen ihre knorrigen Zweige hier ausbreiteten. Von den sten grinsen bleiche Pferdeschädel herab. Aus dem Dunkel des Waldes nahen sich helle Gestalten, sie kommen näher. Ein langes, weißes Gewand umhüllt ihre kräftigen Körper. Rote lange Bärte geben ihnen ein feierliches Aussehen.

Es folgen ihnen dunkle Gestalten. Es sind Männer in Felle gekleidet, sie führen einen bekränzten Schimmel mehrere Male um den Steinhaufen. Inzwischen hat sich eine stattliche Zahl bewaffneter Männer ringsum unter Murmelgesängen und Waffengeklirr in das Gras und Moos gelagert. Das Opfertier, von den Priestern dem Wodan geweiht, wird gebunden, auf den Stein gelegt und geschlachtet. Jetzt öffnen die Priester den Leib und und schweigend, nut unterbrochen vom Rauschen der Eichen, vernehmen die Umlagernden die Weissagungen der Priester aus den Eingeweiden. Feuer wird angezündet, und die edlen Teile des Opfers werden verbrannt. Im Osten beginnt es zu tagen. Die Mannen erheben sich und verschwinden nach allen Richtungen im Wald. Bald liegt der Platz ruhig und still da. Nur das Feuer glimmt noch einmal, vom Morgenwinde angefacht, auf. Als das Christentum immer mehr Fuß fasste, bezeichnete man die Opferstätten als Wohnplätze des Bösen, des Teufels. So erhielt die ses Hünengrab den Namen Teufelsküche.

(Heimatkunde des Kreises Neuhaldensleben von Kantor Bock, Emden, Neuhaldensleben, 1920, S. 217, Informationsblatt "Historische Quadratmeile", Herausgeber Stadt Haldensleben)

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