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01-Sep-1999
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Der bewegte Stein - von Katharina Albers und Daniela Vieth

Notwendige Voraussetzungen für den Transport schwerer und unbearbeiteter Steine

Um den Bau eines Steingrabes zu bewältigen, mussten zunächst genügend viele, z.T. bis zu 30t schwere Findlinge interner Link zur Baustelle transportiert werden. Bevor man dazu kam, musste ein geeigneter Standort für den Bau des Grabs gewählt werden. Erst dann konnte man damit beginnen, den Transport der Steine vorzubereiten. Es ist anzunehmen, dass sich bereits einige Steine zufällig in der Nähe der Baustelle befanden. Für die anderen benötigte man geeignete Transportwege und Transportmittel. Die Technik des Steintransports ist wie bereits erwähnt noch nicht geklärt.

Gibt es dennoch Hinweise auf mögliche Transportwege und deren Beschaffenheit? Aus Ausgrabungen im Emsland und Umgebung sind sogenannte Bohlenwege bekannt. Die ältesten von ihnen im Campemoor bei Lohne, Ldkr. Vechta, sind aus 4600 v. bzw. 4000 v. Chr. datiert (vgl. [3], S.52). Zunächst gab es schmale, etwa 1 Meter breite Holzwege. Gegen 3000 v. Chr. kam es erst mal zum Bau von Bohlenwegen, die bis zu 4 Meter breit waren. Die Bohlenwege geben aber wichtige Hinweise auf den Wegebau im Emsland. Einer der größten Bohlenwege liegt bei Ockenhausen /Oltmannsfehn. Seine Länge beträgt ca. 650 Meter und seine Breite zwischen 3,2 und 3,3 m. Zur Herstellung dieses Weges benötigte man ca. 1500 Eichen, was einem ca. 45 ha großem Eichenwald entspricht (Holzfällungsdatum: 717 v. Chr.- 714 v. Chr.). An einigen Endstücken von verwendeten Erlenrundbohlen sind gut erhaltene Hiebspuren von Bronzebeilen zu erkennen. Man findet auch Bohlenwege aus der Jungsteinzeit, die mit S teinbeilen hergestellt wurden. Die Bohlenwege bestanden aus Lagehölzern, meistens aus Erle oder Eibe, die geschickt mit Keilen verbunden wurden und auf die man quer bearbeitete Eichenbohlen legte, die wiederum von oben an beiden Enden von Längshölzern festgehalten wurden. Unter den Lagehölzern sind auch intakte Brückenpfeiler zu finden. Daher stellen diese Wege eine architektonische und handwerkliche Meisterleistung dar. Ein weiteres Indiz für ihre hervorragende Qualität ist die lange Nutzungszeit. Sie betrug beim Bohlenweg bei Ockenhausen /Oltmannsfehn ca. 60 bis 80 Jahre (maximal 120 –150 Jahre). Die Bohlenwege geben wichtige Hinweise auf die gute Beherrschung der Holzbearbeitung und deren Verwendung zum Bau der Transportwege. In der Abbildung 2 ist der Bohlenweg bei Ockenhausen /Oltmannsfehn zu sehen (vgl. [1] S.23ff.).

Abbildung Nr. 2a: Bohlenweg bei Ockenhausen / Oltmannsfehn. Das Bild zeigt einen Ausschnitt des Bohlenweges nach der Ausgrabung Abbildung Nr. 2b: Bohlenweg bei Ockenhausen / Oltmannsfehn. Im Bild sieht man den Aufbau der Längshölzer, die aus Erle bestehen.
Abbildung Nr. 2a: Bohlenweg bei Ockenhausen / Oltmannsfehn. Das Bild zeigt einen Ausschnitt des Bohlenweges nach der Ausgrabung. Abbildung Nr. 2b: Bohlenweg bei Ockenhausen / Oltmannsfehn. Im Bild sieht man den Aufbau der Längshölzer, die aus Erle bestehen.

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